Ausrichten & Vision


Foto Credits : Sarah von Rattlesnakesandrainbowstarot



Ich erinnere mich noch als wäre es gestern. Der Direktor des Gymnasiums , auf das ich damals ging, war ein sehr strenger und autoritärerer Mann. Viele Schüler fürchteten ihn, denn er hatte gemeine Methoden, um einen vor der Klasse bloß zu stellen.


Jedes mal wählte er willkürlich eine Person aus, die nach vorne kommen und vor der gesamten Klasse die Mathe Hausaufgaben an der Tafel vorrechnen musste.


Ich hoffte jedes mal das ich nicht dran kommen möge.


Wenn es eines gibt, dass ich wirklich nicht mag, dann ist es Mathematik.


Natürlich witterte er meine Angst und deswegen musste ich besonders oft nach Vorne.


Einmal schaute er mich bei einer solchen Gelegenheit lange mit einem herablassenden Blick an und sagte dann zu mir "Milena - du erinnerst mich an Medusa. Du bist eine Schlangenfrau. Du hast alles andere im Kopf nur keine Mathematik"

Ich traute mich kaum zu atmen, stand einfach nur reglos da und schämte mich.


Ein kurzer Ausflug in die griechische Mythologie:


Athene überraschte Poseidon, den Gott des Meeres beim Liebesspiel mit Medusa, daraufhin war sie so erzürnt, dass sie Medusa in ein Ungeheuer mit Schlangenhaaren verwandelte. Wer Medusa und die tausend Schlangen anschaute, erstarrte zu Stein.


Nun er sollte recht behalten.


Schlangen und die dazugehörige Symbolik spielen eine maßgelbliche Rolle in meinem Leben und in meinem Wirken. Seine Menschenkenntnis war also nicht die Schlechteste, das muss ich ihm lassen.


Was hat diese Geschichte aber nun mit dem Thema Ausrichten und Vision zu tun?


Die Art und Weise wie er mich damals so vor allen bloß stellte und mich mit einer mythologischen Frau verglich, die für ihre sexuelle Lust bestraft wird, hat etwas so symbolträchtiges und ist mit großer Wahrscheinlichkeit kein Einzelfall.


Kennst du Situationen, in denen du für deine Lust, deine Sinnlichkeit oder deine Intuition von anderen oder von einem inneren Anteil in dir selbst in Frage gestellt wurdest ?


Ich bin immer wieder erstaunt auf welche teils subtile und teils weniger subtile Art und Weise sich das Patriarchat in Glaubenssätzen, Sprache und Handlungen der Menschen abzeichnet.


Eine Überbetonung der Vernunft und eine immer noch so schambehaftete Konnotation des Sinnlichen.


Das darf sich nun endgültig ändern!


Nur wenn wir das Sinnliche und Lustvolle wirklich schamfrei anerkennen, kann die lebensspendende Schlangen Kraft in uns frei und ungehindert fließen und uns nach kosmischen Prinzipien ausrichten.


Schlangen und Yoga


Sicherlich hast du schon einmal etwas von der Kundalini Energie gehört, die wie eine eingerollte Schlange an der Basis der Wirbelsäule ruht und durch bestimmte Techniken aktiviert wird, um den feinstofflichen Wirbelkanal hinauf wandern zu können.


Die unterschiedlichen Energiezentren werden dadurch ausgerichtet und es findet eine Sublimierung statt.


Eine Verwandlung von grober Energie in feinere Energie.


Die verfeinerte Energie steht dir nun zur Verfügung, um dein Bewusstsein zu erweitern und deine Visionen zu klären.


Es heisst auch, die erwachte Kundalini weilt im Dritten Auge zwischen den Augenbrauen und verleiht den Menschen Mut und Stärke und einen sehr eindringlichen, klaren Blick.


So wie die Kundalini Energie in jedem Menschen ruht und darauf wartet erweckt zu werden, so ruht sie auch in dem Planten Erde selber.


Eine riesige Schlange, die darauf wartet, dass wir sie erwecken und kollektiv das Bewusstsein erweitern.


Das heisst auch hier wird kollektiv die gröbere Energie, wenn sie denn im ersten Schritt anerkannt und integriert wird, in feinere Energie verwandelt und ermöglicht dadurch neue, verbundenere und nachhaltigere Lebensformen auf diesem Planten.


Es geht um den Aufstieg von einem rein materiellen Bewusstsein zu einem kosmischen Einheitsbewusstsein und die daraus resultierenden ganz konkreten Schritte zur Umsetzung eines Paradigmenwechsels.





Die Schlange als Symbol ist uralt, vielschichtig und unerschöpflich


Sie wurde schon immer mit Weisheit und Heilung assoziiert.


Noch heute ist ein mit einer Schlange umwundener Stab, das Symbol des ärztlichen und pharmazeutischen Standes.


Aber gleichzeitig steht die Schlange auch für Tod und Zerstörung.


Schlangen sind ambivalent. Sie können mit ihrem Gift heilen und töten.

Sie sind unberechenbar und geheimnisvoll, weswegen sie von einigen Menschen gefürchtet werden.


Im Fernen Osten wird die Schlange oft mit einem Drachen gleichgesetzt.


Sie begleitet alle weiblichen Gottheiten und verkörpert eine dunkle weibliche Macht aus den tiefsten Schichten des Unterbewusstseins.


Aus dem kollektiven Unterbewusstsein steigen Triebe, Ahnungen und tiefe Weisheit auf, wenn die Mutigen sich mit der Schlangen Kraft verbinden.


Die Schlange häutet sich regelmäßig und kann daher mit Neuausrichtung und Neuordnung in Verbindung gebracht werden.


Schlangen können außerdem Brücken schlagen von dieser Welt in eine andere.


Schlangen in der Shipibo -Conibo - Tradition


Die Shipibo -Conibo sind ein indigenes Volk in Peru am Ucayalí Fluß.

Sie stellen durch Ayahuasca Zeremonien einen spirituellen Kontakt zur unsichtbaren Welt her.


Die erfahrenen Magier sehen in den Zeremonien Muster. Bei gesunden Menschen weisen diese Muster harmonische und bei kranken Menschen disharmonische Strukturen auf.


Die Shipibo Schamanen können Schlangenbrücken bauen, mit denen sie disharmonische Muster wieder nach kosmischen Prinzipien ausrichten.


Diese Schlangenbrücken können von Menschen zu Mensch oder auch vom Mensch bis zum Zentrum der Erde oder bis zu den Sternen gebaut werden.


Jedes Lebewesen hat ein eigenes Muster und alle individuellen Muster ergeben zusammen das große Muster des Kosmos.


Die Schlange gehört sowohl zu den meistverehrten, als auch zu den gefürchtetsten Geistwesen und es erfordert besondere Disziplin mit ihr in Verbindung zu treten.


Die Schlange eröffnet das Wissen zur Ur-Lebensenergie und leitet Initiations Prozesse ein. Das Alte destruktive und patriarchal geprägte Weltbild wird nun verschlungen und muss sterben, um dann eine Neugeburt in eine verbundenere und liebevollere Daseinsform zu erleben.


Kurzum die Schlange ist eine Schlüsselfigur für ein neues Weltbild.


Welche Welt wollen wir kreieren ?


Darf Freude, Lust, Versinnlichung und Intuition einen schamfreien Platz darin haben?


Dürfen Frauen und Männer darin ihre volle Weisheit zum Wohle aller entfalten, ohne sich vor einer rigiden Logik rechtfertigen zu müssen ?


Teile gerne deine Ideen und Visionen unten in den Kommentaren.


Im Magic LAB werden wir uns diesen Monat vertieft mit der Schlangen Kraft beschäftigen, um uns auszurichten und unsere Visionen zu klären.


Hast du Lust dabei zu sein ?


Lets create magic every day


Deine Milena